Endoskopischer Schlauchmagen

Neue Verfahren ermöglichen es, den Magen endoskopisch in eine Schlauchform (Schlauchmagen) zu bringen, für ein schnelleres Sättigungsgefühl.

Endoscopic Sleeve Gastroplasty (ESG)

Das Endergebnis dieses endoskopischen Verfahrens ist ein Schlauchmagen mit einem deutlich veringerten Füllungsvolumen. Dadurch wird ein schnelleres Sättigungsgefühl erreicht. In Verbindung von ESG mit einer Ernährungsumstellung und erhöhter körperlicher Aktivität sind sogar dauerhafte Gewichtabnahmen von über 20% des Körpergewichts möglich.

Diese Verfahren zeigen zwar im Vergleich mit operativen Schlauchmägen eine geringere Wirksamkeit bezogen auf die Abnahme des Körpergewichtes. Ein großer Vorteil ist jedoch, dass dieser endoskopische Eingriff reversibel ist - d.h., man kann ihn rückgängig machen, mit einer deutlich niedrigeren Komplikationsrate.
Der Eingriff wird in Intubationsnarkose durchgeführt und dauert ca. 30 - 60 Minuten. In der Regel kann der Patient bereits nach 4-6 Stunden, nach erfolgter ärztlicher Visite und in Begleitung nach Hause entlassen werden.

Wir führen folgende am häufigsten angewandte Verfahren durch:

Apollo-Overstich®

Bei diesem Verfahren wird der mittlere Anteil des Magens (Corpus) im Bereich der großen Magenkurvatur mittels 3-5 fortlaufenden Nähten in Schlauchform genäht.

Ablauf:
Zunächst wird eine diagnostische Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm durchgeführt, um auszuschließen, dass keine Gründe gegen eine ESG sprechen, wie z.B. großer Zwerchfellbruch, ausgeprägte Magenschleimhautentzündung, Geschwüre etc.).
Nach Beendigung der Spiegelung wird das Nahtinstrumentarium am Einführschlauch des Endoskopes angebracht und anschließend über Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Mit diesem Instrument kann man fortlaufende Nähte machen. Die erste Naht wird in U-Form am Übergang des mittleren Magenanteils (Corpus) zum unteren Magenanteil (Antrum) durchgeführt, jeweils im Bereich der großen Magenkurvatur. Es folgen dann 2-4 weitere U-Nähte vom unteren Corpus bis zum Übergang des Corpus zur Magenkuppel (Fundus).

Ergebnis des Verfahrens:
Der Magencorpus, welcher sich normalerweise sackartig aufweiten kann, ist nun in einer Schlauchform genäht und kann sich so nicht mehr aufdehnen. Zudem ist er auch in seiner Länge verkürzt.
Das vernähte Gewebe benötigt etwa 4 Wochen, um sich durch Bindegewebsbildung neu zu organisieren und in der neuen anatomischen Struktur zu stabilisieren. Ein Eingriff dauert zwischen 30 - 60 Minuten.

USGI-POSE® 3

Bei diesem Verfahren wird der mittlere Anteil des Magens (Corpus) im Bereich der großen Magenkurvatur durch 6-8 Doppelfaltennähte in die geplante Schlauchform genäht.

Ablauf:
Zuerst wird eine diagnostische Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm durchgeführt, um Gründe ausszuschließen, die gegen eine ESG sprechen, wie z.B. großer Zwerchfellbruch, ausgeprägte Magenschleimhautentzündung, Geschwüre etc.).
Danach wird eine kleine sog. "OP-Plattform" durch Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt. Obwohl der Begriff "Plattform" nach etwas Großem klingt, handelt es sich in Wirklichkeit jedoch nur um einen 18 mm durchmessenden Schlauch mit 4 Arbeitskanälen. Hierdurch werden die Instrumente (Endoskop, Nahtinstrument, Helix) zum Nähen in den Magen eingeführt. Die ersten Nähte werden am Übergang des mittleren Magenanteils (Corpus) zum unteren Magenanteil (Antrum) durchgeführt, jeweils im Bereich der großen Magenkurvatur. Dabei werden jeweils 1 große Falte an der Magenhinterwand mit einer großen Falte an der Vorderwand durch eine Einzelnaht verbunden (Doppelfaltentechnik). Es folgen dann noch etwa 5-7 weitere Doppelfaltennähte vom unteren Corpus bis zum Übergang des Corpus zur Magenkuppel (Fundus).

Ergebnis des Verfahrens:
Der Magencorpus, welcher sich normalerweise sackartig aufweiten kann, ist nun in eine Schlauchform genäht und kann sich somehr nicht mehr aufdehnen. Zudem ist er auch in der Länge verkürzt.
Das vernähte Gewebe benötigt etwa 4 Wochen, um sich durch Bindegewebsbildung neu zu organisieren und in der anatomischen Struktur zu stabilisieren.
Ein Eingriff dauert zwischen 30 - 60 Minuten.