Magenballon

Mit der Ballontherapie sind Gewichtabnahmen von 10-20% möglich.
Die Behandlung mit einem Magenballon ist eine zeitlich begrenzte Therapie von 6 – 12 Monaten.

Durch die Implantation eines Magenballons mit einem Füllungsvolumen von 500-700 ml wird die Füllungskapazität des Magens reduziert. Nach der Nahrungsaufnahme wird ein schnelleres Sättigungsgefühl bei einer geringeren Menge an aufgenommener Nahrung vermittelt. Durch die Ballontherapie ist in Verbindung mit Ernährungsumstellung und erhöhter körperlicher Aktivität eine Gewichtabnahme von 10-20% des Körpergewichts möglich.
Wir verwenden 3 verschiedene Ballontypen:

  • Orbera 6- Monatsballon
  • Orbera 365
  • Spatz III-Ballon.

Orbera 6 Monatsballon und Orbera 365 - Ballon

Die beiden Ballone unterscheiden sich in der Materialqualität und Kosten und der dadurch bedingten maximalen Dauer der Behandlung (6 Monate, 12 Monate).

Die Implantation des Ballons erfolgt in tiefer Sedierung. Zunächst wird eine diagnostische Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm durchgeführt. Sollten keine Gründe gefunden werden, die gegen eine Ballontherapie sprechen (z.B. großer Zwerchfellbruch, ausgeprägte Magenschleimhautentzündung, Geschwüre etc.), dann wird der Ballon, der in nicht gefülltem Zustand an einem Katheter befestigt ist, über den Mund in den Magen eingeführt. Nachdem die korrekte Lage des Ballons im mittleren Magen endoskopisch kontrolliert wurde, wird der Ballon unter permanenter endoskopischer Kontrolle über den Katheter mit 500-700ml Wasser, welches mit einem blauen Farbstoff versetzt ist, befüllt. Nach Befüllung des Ballons wird der Katheter vom Ballon abgezogen und mit dem Endoskop zusammen herausgezogen.  Durch das Abziehen des Katheters schließt sich im Ballon ein Ventil. Veränderungen der Füllmenge sind dann nicht mehr möglich.
Die Implantation des Ballons dauert ca.10 - 20 Minuten. Eine Stunde nach dem Eingriff können die Patienten nach erfolgter ärztlicher Visite und in Begleitung wieder nach Hause entlassen werden. Sollte der Ballon im Laufe der Liegezeit eine Undichtigkeit entwickeln, dann macht sich dies durch einen grünen Urin bemerkbar. Der Ballon sollte in diesem Fall so schnell wie möglich entfernt werden.

Die reguläre Entfernung des Ballons erfolgt nach 6 oder 12 Monaten. Dies geschieht in tiefer Sedierung ohne Intubationsnarkose. Nach der Sedierung wird das Endoskop in den Magen eingeführt und der im Magen liegende Ballon mit einer speziellen Nadel punktiert und komplett leergesaugt. Dann wird der leere Ballon mit einem Greifer gefasst und mit dem Endoskop über Speiseröhre und Mund entfernt. Eine Stunde nach dem Eingriff können die Patienten nach ärztlicher Visite in Begleitung wieder nach Hause entlassen werden.

Der Spatz III Ballon

Der Spatz III Ballon unterscheidet sich von allen anderen Magenballons dadurch, dass er mit einem elastischen Katheter versehen ist, der fest am Ballon installiert ist. Über ihn ist es möglich, die Füllung des Ballons auch nach der Implantation zu verändern. Die maximale Liegezeit dieses Ballons beträgt 12 Monate.

Die Implantation des Spatz III-Ballons erfolgt in tiefer Sedierung. Zunächst wird eine diagnostische Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm durchgeführt. Sollten keine Gründe gefunden werden, die gegen eine Ballontherapie sprechen (z.B. großer Zwerchfellbruch, ausgeprägte Magenschleimhautentzündung, Geschwüre etc.), dann wird der Ballon im nicht gefüllten Zustand am vorderen Teil des Endoskopes befestigt und mit dem Endoskop über den Mund in den Magen eingeführt. Dort wird er - unter permanenter endoskopischer Kontrolle - über den Katheter mit ca. 500 - 700 ml Wasser befüllt (mit einem blauen Farbstoff versetzt). Nach der Ballon-Befüllung wird der Katheter mit einer Kappe verschlossen, an der eine Schlaufe angebracht ist. Der Katheter zieht sich dann durch die Eigenelastizität in den Magen und teilweise in den Ballon zurück.
Möchte man die Füllmenge des Ballons verändern oder den Ballon entfernen, dann wird ein Endoskop in den Magen eingeführt und die Schlaufe mit einer Zange gegriffen. Damit kann der Katheter aus dem Mund herausgezogen und die Kappe entfernt werden. Nun kann man durch diesen Katheter den Ballon weiter befüllen (max. 700 ml) oder entleeren.
Den komplett entleerten Ballon kann man dann durch Ziehen am Katheter entfernen. Die Entfernung des Ballons erfolgt i.d.R. nach 12 Monaten. Dies geschieht aus Sicherheitsaspekten in Intubationsnarkose, da die Ballonentfernung das Risiko der Verlegung der oberen Atemwege beim Herausziehen des Ballons birgt. Ca. 1 Stunde nach dem jeweiligen Eingriff können die Patienten nach erfolgter ärztlicher Visite und in Begleitung wieder nach Hause entlassen werden.
Sollte der Ballon im Laufe der Liegezeit eine Undichtigkeit entwickeln, dann macht sich dies durch einen grünen Urin bemerkbar. Der Ballon sollte in diesem Fall so schnell wie möglich entfernt werden.